D-Triebwagen und d-Beiwagen
Triebwagen D6.3 Nr. 490 am Mariannenplatz (27.10.2001), Korso 125 Jahre Trambahn,
© Foto: Richard Feichtenschlager Die Typenbezeichnung D wurde zum einen für ein Einzelstück und zum anderen für den Umbauzustand der C-Wagen verwendet:

Typ D1.6:

Der Triebwagen D1.6 Nr. 495 war 1912 auf eigene Kosten von Rathgeber, mit einem Fahrgestell von MAN, für eine Ausstellung gebaut worden und wurde anschließend von der Stadt erworben. Er war eine Rarität, da es solche Wagen nur noch in Budapest gab. Die sechs gleich großen Fenster und die Längsbänke waren der augenscheinlichste Unterschied  zu den C-Wagen. Da er ein Einzelstück war, wurde der schon 1927/28 zum Wanderbüchereiwagen Nr. 24 (Typ WB1.6, ab 1959 WB1.3) umgewandelt. Die Fenster verkleidete man dabei mit Blech und stellte innen Bücherregale auf. Von 13. Februar 1928 bis 4. April 1970 war das Fahrzeug als städtische Leihbücherei nach einem festen Plan im Einsatz, als aber größere Reparaturen anstanden, musterte man ihn aus.
Triebwagen D6.3 Nr. 490 am Mariannenplatz (27.10.2001)
1973 wurde er an das Straßenbahnmuseum Hannover verkauft. Seither gab es Versuche ihn nach München zurückzuholen, bisher ohne Erfolg.
Typ D3.4, D5.5, D4.5, D2.6, D1.7 und D1.4:
D4.5 445 als Linie 6 um 1949;
Foto:© Sammung Edmund Engl Von 1926 bis 1931 wurden alle C-Wagen modernisiert und mit der neuen Typenbezeichnung D versehen. Dabei erhielten sie Schleppdächer wie die E-Wagen, eine neue elektrische Ausstattung, Richtungsschilder und Signallampen wurden in das Dach eingebaut und beleuchtete Liniennummerkästen angebracht. Auf der linken Wagenseite wurden 1929 Stecktüren in die Ausstiege eingesetzt.
Die Bauart D5.5 unterschied sich bei der Fensteranzahl und -anordnung (fünf Seitenfenster in der Anordnung schmal-breit-breit-breit-schmal) erheblich von den übrigen Fahrzeugen (acht Fenster in der Anordnung breit - 6 mal schmal - breit). Zudem waren sie mit 2x71 PS-Motoren von AEG erheblich besser als die übrigen D-Wagen motorisiert. Diese hatten 1929-31 2x55 PS-Motoren von Bergmann Elektrizitätswerke, Berlin erhalten.
D4.5 445 als Linie 6 um 1949; Foto:© Sammung Edmund Engl
In allen Baureihen wurden zum Teil sehr unterschiedliche Drehgestelle verwendet.
Typ D6.4, D6.5, D6.6, D6.7 und D6.4, sowie D6.3 und D6.8:

Noch umfassender war die Modernisierung der Jahre 1953-57: In den 64 noch vorhandenen D-Wagen setzte man verlängerte Stahlrahmen im Austausch der Holzrahmen ein. Anstelle der nicht mehr tragbaren offenen Türen verwendete man Außenschiebetüren. Alle Fahrzeuge hatten nachher einheitlich fünf Seitenfenster entsprechend den Typen D5.5 und F (schmal-breit-breit-breit-schmal). Längsbänke aus Holz ersetzten die beliebten Quersitze und die Schiebetüren zwischen Fahrgastraum und Plattform waren verschwunden. In den Triebwagen wurden Einheitsfahrerstände eingebaut (verstellbare Sitze, Fahrschalter nach links verschwenkt, fußbediente Ventile für die Bremsen, Schwachstromsignalanlagen mit Summern und Kontrolllampen, Rückklingeln, Fußplattenheizungen und Schwachstromnotbeleuchtungen). Soweit noch nicht geschehen wurden sie durch Ausbau des zweiten Fahrschalters zu Einrichtungsfahrzeugen. Somit sahen nun alle Wagen gleich aus.1959 erhielten die D2.6/6.6- und D6.7-Triebwagen im Tausch Untergestelle der ausgemusterten B-Triebwagen, da es mit den Fahrgestellen immer wieder Schwierigkeiten gegeben hatte und wurden so zum Typ D6.3.
Triebwagen D6.3 Nr. 490 innen (27.10.01),
© Foto: Richard Feichtenschlager D6.4 427+g1.48 1454 am 02.09.1965 auf der Linie 2 an der Schleife Scheidplatz kurz vor der Abfahrt zum Harras; © Foto: Sammlung Richard Feichtenschlager
Das Innere des Triebwagen D6.3 Nr. 490. D6.4 427 mit g1.48 1454 am 02.09.1965 auf der Linie 2 an der Schleife Scheidplatz.
Tw D6.5 Nr. 455 am 20.08.1965
Foto:© H. Braun, Gommersdorf (Baden) Wagen Nr. 488 bekam 1964 ein Fahrgestell der E-Tw und erhielt die Bezeichnung D6.8. Die einstige Mondänität war durch diese umfassenden Änderungen allerdings verloren gegangen. 1969/70 wurden während des sehr schneereichen Winters wegen der Fanggitter unter den Plattformen 40 Wagen beschädigt, so dass man diese entfernte. Noch bis zu den Olympischen Spielen im Sommer 1972 waren die inzwischen etwa 60 Jahre alten Wagen unverzichtbar. Triebwagen Nr. 490 ist noch vorhanden und wurde im Dezember 1999 hauptuntersucht, nachdem er für den Personenverkehr aufgearbeitet worden war.
Triebwagen D6.5 Nr. 455 am 20.08.1965; Foto:© H. Braun, Gommersdorf (Baden)
Beiwagen d1.45:

Von der eigenen Werkstatt der Städtischen Strassenbahn wurden 1913 aus Teilen von 10 Pferdebahnsommerwagen (Typ o1.41/o2.41) 10 Anhänger gebaut. Sie waren halboffen und hatten Holzsitze und zum Teil keine Wände zwischen Innerem und den sehr kurzen Plattformen. Sie hatten erstmals kein Laternendach. 1929/30 wurde der Innenraum mit Zwischenwänden und Fenstern abgeschlossen. Ab 1943 wurden sie abgestellt, teilweise noch als Fahrschulwagen, ab 1953 fünf Wagen als Arbeitsbeiwagen verwendet und die Restlichen 1946 verschrottet.

Triebwagen D3.4
(ab 1954-56 D6.4)
Triebwagen D5.5
(ab 1955-56 D6.5)
Triebwagen D4.5
(ab 1953-56 D6.5)
Nummer 425-434 435-444 445-456
Fahrzeugart
Vierachsige Tw mit Maximum-Drehgestellen
Anzahl 10 10 12
Baujahr 1930 (1910) 1931 (1910) 1931 (1911)
Motoren/Leistung 2x40 kW (55 PS) 2x71 PS 2x40 kW (55 PS)
Länge 10,00 m, ab 1954-56 10,60 m 10,00 m, ab 1955-56 10,60 m 10,00 m, ab 1953-56 10,60 m
Hersteller Rathgeber, München MAN1) Lindner, Ammendorf
Elektrische Ausstattung BW4) AEG3) BW4)
Fahrgestell Böker, Remscheid
Trelenberg
Kapazität 24 Sitz- und 26 Stehplätze, ab 1954-56 28/48 24 Sitz- und 26 Stehplätze, ab 1955-56 28/48 24 Sitz- und 26 Stehplätze, ab 1953-56 28/48
Ausmusterung 1971/72 1966 1972
Bemerkungen 1930 umgebaut aus C1.4; 1 Wagen Kriegsverlust; 1954-56 umgebaut zu D6.4; Nr. 426 1973 an Museum Hannover verkauft (noch vorhanden!) 1931 umgebaut aus C4.5; Nr. 442 1942 ausgemustert; 6 Wagen Kriegsverlust, wobei die Motoren in Tw F1.9 und K2.10 verwendet wurden; 1955-56 umgebaut zu D6.5 1931 umgebaut aus C3.5; 3 Wagen Kriegsverlust; 1953-56 umgebaut zu D6.5; Nr, 456 1965 und Nr. 448 1967 nach Unfall ausgemustert; Nr. 450 1973 an Museum Hannover verkauft (nicht erhalten)

1) Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg AG, Nürnberg  2) Siemens-Schuckert-Werke Berlin 3) Allgemeine Elektricitätsgesellschaft, AEG-Telefunken, Berlin 4) Bergmann
 Elektrizitäts-Werke, Berlin (BW)
Triebwagen D2.6
(ab 1953-55 z.T. D6.6, ab 1956 z.T. u. ab 1959 alle D6.3, Nr. 488 ab 1964 D6.8 )
Triebwagen D1.6
(auch X1.6 bezeichnet)
Triebwagen D1.7
(ab 1956 D6.7 und ab 1959 D6.3)
Nummer 457-494 495 496-498 (bis 1924 503-505)
Fahrzeugart
Vierachsige Tw mit Maximum-Drehgestellen
Anzahl 38 1 3
Baujahr 1928 (1911) 1912 1926 (1913)
Motoren/Leistung 2x33 kw (45 PS), ab 1929/30 2x40 kW (55 PS) 2x33 kw (45 PS) 2x33 kw (45 PS), ab 1930 2x40 kW (55 PS)
Länge 10,00 m, ab 1953-56 10,60 m 10,00 m 10,00 m, ab 1956 10,60 m
Hersteller
Rathgeber, München
Elektrische Ausstattung Nr. 457-468 SSW2), Nr. 469-494 AEG3), ab 1929/30 alle BW4) SSW2) AEG3), ab 1930 BW4)
Fahrgestell MAN1) (mit Blattfedern), ab 1956 Böker, Nr. 488 ab 1964 LHL5), MAN1) oder Schöndorff MAN1) (mit Blattfedern) MAN1) (mit Schraubenfedern), ab 1959 Böker
Kapazität 24 Sitz- und 26 Stehplätze, ab 1953-56 28/48 24 Sitz- und 22 Stehplätze, ab ca. 1915 28/23 24 Sitz- und 26 Stehplätze, ab 1956 28/48
Ausmusterung 1971/72 1927 1972
Bemerkungen 1928 umgebaut aus C1.6; 15 Wagen Kriegsverlust; 1953-55 14 Wagen umgebaut zu D6.6; 9 Wagen 1956 und alle D6.6-Wagen 1959 zu D6.3 umgebaut unter Verwendung der Fahrgestelle von B-Tw.; Nr. 488 1964 zu D6.8 umgebaut unter Ver-wendung eines Fahrgestells der E-Tw.; 1969 Nr. 471+478 u. 1970 Nr. 466 Ausmusterung nach Unfall; Nr. 490 Museum München 1927/28 umgebaut zu Arb.-Tw 24 (Wanderbücherei); 1970 abgestellt und 1973 Verkauf an Museum Hannover (noch vorhanden!) 1926 umgebaut aus C2.7; 2 Wagen Kriegsverlust; 1956 umgebaut zu D6.5 und 1959 zu D6.3 unter Verwendung eines Fahrgestells der B-Tw

5)  Linke-Hofmann-Lauchhammer, Breslau
Triebwagen D1.4 (ab 1953-56 D6.4) Beiwagen d1.45
Nummer 499-502, 496-498 (ab 1924 503-505), 506-525 891-900 (ab ca. 1926 920-929)
Fahrzeugart Vierachsige Tw mit Maximum-Drehgestellen Zweiachsige halboffene,
ab 1929/30 geschlossene Beiwagen
Anzahl 27 10
Baujahr 1926/27 (1913) 1913
Motoren/Leistung 2x33 kw (45 PS), ab 1931 2x40 kW (55 PS) -
Länge 10,00 m, ab 1953-56 10,60 m 6,84 m
Hersteller Rathgeber, München Städt. Straßenbahnen, München
Elektrische Ausstattung Nr. 496-502 AEG3), Nr. 506-515 BW4), Nr. 516-525 SSW2), alle ab 1931 BW4)
Fahrgestell Böker, Remscheid
Kapazität 24 Sitz- und 26 Stehplätze, ab 1953-56 28/48 15 Sitz- und 24 Stehplätze, ab ca. 1915 15/20
Ausmusterung 1971/72 1946
Bemerkungen 1926/27 umgebaut aus C2.4; 8 Wagen Kriegsverlust; 1953-56 umgebaut zu D6.4; 1967 Nr. 512 Ausmusterung nach Unfall Neubau unter Verwendung von Teilen aus 10 o1.41-/o2.41-Bw (Pferdebahnsommerwagen); 1929/30 zu geschlossenen Bw umgebaut; ab 1943 abgestellt (teilw. Fahrschule); ab 1953 Arb.-Bw 920, 921, 923-925 (Nr. beibehalten)


Update 07.03.2010