MVG Museum
Auf dem Gelände der unter Denkmalschutz stehenden Hauptwerkstätte in der Ständlerstraße wurde das MVG Museum am 28. Oktober 2007 eröffnet. Ursprünglich war der Bau 1918 als Kriegsmetallwerk errichtet worden. Das Kriegsende folgte kurz nach fertigstellung und die fabrik damit seinen Zweck. 1920-24 entstand darin die sehr geräumige Hauptwerkstätte. Der zuletzt als Buswerkstätte dienenden Teil wurde für rund fünf Mio. Euro umgebaut. Auf zwei Hallengleisen sind die Fahrzeuge darin ausgestellt. Über die Verbindung an das Trambahnnetz  können die einsatzfähigen Museumsfahrzeuge die Halle jederzeit verlassen. Die nebenan befindliche Trambahn-Hauptwerkstätte ist für den Unterhalt der Museumsfahrzeuge sehr vorteilhaft.

Ein Besuch der sich lohnt!

Das Museum an der Ständlerstraße befindet sich nur wenige Gehminuten von der Endhaltestelle der Tramlinie 27 "Schwanseestraße" entfernt.
MVG Museum, 09.03.2009;
Foto: © Richard Feichtenschlager
Das MVG Museum am 09.03.2009.
Zusätzlich verkehrt an den Öffnungstagen der Bus 07 vom Giesinger Bahnhof zum Museumseingang.

Das Museum ist in der Regel an zwei Sonntagen im Monat geöffnet. Die Eintrittspreise sind moderat. Vor dem Museum ist seit Mai 2010 der Triebwagen E 2.8 Nr. 532 aufgestellt. Die Besucher können auf über 5.000 m2 ca. 25 historische Straßenbahnen, Busse und Arbeitswagen aus verschiedenen Epochen besichtigen. Durch Schautafeln mit Fotos und Texten kann man sich über Hersteller, technische Daten und Lebensläufe informieren. Außerdem werden etliche Themenbereiche wie Stadtgeschichte, Entwicklung des Verkehrs, Technikgeschichte, Uniformen und Accessoires, Beschilderung und Werbung, Signale, Maschinen, Werkzeuge und die Funktionen der Leitstelle für Bus und Tram anschaulich dargestellt. Ein Bistrobereich steht zur Stärkung nach oder zwischen dem Rundgang bereit. Im Laden werden Fahrzeugmodelle, Bücher, Videos u. ä. angeboten.

Die Vereine FMTM und OCM sind maßgeblich im Museum eingebunden. So kann auch deren umfassendes, historisches Wissen einfließen. Ehrenamtliche Vereinsmitglieder bieten sachkundige Führungen an.
MVG Museum, Wagenhalle mit G1.8 670 und M5.65 2668, 09.03.2009;
Foto: © Richard Feichtenschlager Das Münchner Trambahnmuseum: was lange währt ...

Schon Ende der 1960er Jahre hatte der Trambahnfreund Hans Pollitzer versucht ein überregionales Verkehrsmuseum in München anzusiedeln. Es überhob sich allerdings und seine Sammlung zerfiel.

Sein Erbe traten die 1984 gegründeten  "Straßenbahnfreunde München" an und erwarben den M4/m4-Zug 2401+3404 sowie den M5/m5-Zug 2653+3530. Allerdings ging es ihnen nicht um die Gründung eines Museums. Zu diesem Zweck bildete sich 1989 der Verein "Freunde des Münchner Trambahnmuseums" (FMTM). Sein Ziel war ein Museum zu errichten und historische Fahrzeuge aufzuarbeiten. Die Verkehrsbetriebe erlaubten dem Verein die damals im Betriebshof 3 (Bf. 3) in der Westendstraße abgestellten Wagen zu betreuen. Die umfangreiche Sammlung hat leider Lücken. Daher begann der FMTM Fahrzeuge zu erwerben. Sein Bemühen, auch die Wanderbücherei Nr. 24 und den P1.65 Gelenktriebwagen Nr. 102 vom Hannoverschen Straßenbahnmuseum zurückzukaufen scheiterte aber.

Wagenhalle mit den Triebwagen G1.8 670 und M5.65 2668
MVG Museum, G1.8, Nr. 670 Fahrgastraum, 09.03.2009;
Foto: © Richard Feichtenschlager
Der Fahrgastraum von Tw. G1.8 Nr. 670.
Von Anfang an strebte der FMTM ein Museum im ehemaligen Bf. 3 an, der seit 1993 außer Betrieb war. Schon 1992 hatte der Stadtrat die Stadtwerke beauftragt, eine Museumslösung für den historischen Wagenbestandes zu finden. Viele Jahre blieb unklar, ob der Betriebshof  3 dazu umgebaut würde. Alternativen zeichneten sich zunächst nicht ab. Alles zog sich in die Länge, bis der Bf. 3 einsturzgefährdet war. Die dringend notwendige Sanierung war nicht mehr finanzierbar. Deshalb suchten die Stadtwerke eine  andere Lösung.
Dank des technischen Fortschritts und Rationalisierung wurden die Räume der ehemaligen Bus-Hauptwerkstätte im Gebäude der Trambahn-Hauptwerkstätte nicht mehr gebraucht. Jetzt war plötzlich die einmalige Chance da, hier endlich ein Museum anzusiedeln.
Etwas kleiner als von den Museumsfreunden erhofft, aber mit Gleisanschluss zum Netz, gut erreichbar und in räumlicher Nachbarschaft zu einer aktiven Trambahnwerkstatt. Der Münchner Stadtrat beauftragte die Stadtwerke am 9. April 2003 einstimmig, das Gelände an der Westendstraße zu verkaufen und das Verkehrsmuseum in der Ständlerstraße einzurichten. Aus dem Verkaufserlös des Geländes an der Westendstraße wurde ein kleiner Teil in das MVG Museum gesteckt. Dadurch wurde das Museum möglich, ohne den knappen Etat der MVG für den laufenden Verkehr zu belasten. MVG Museum, G1.8, Nr. 670, 09.03.2009;
Foto: © Richard Feichtenschlager
Triebwagen Typ G1.8, Nr. 670
Restaurierung von Museumswagen

Leider ist nur ein Teil des historischen Münchner Fuhrparks ausstellungsfähig restauriert. Der FMTM hat im September 2008 im Rahmen der europäischen Initiative HISTRAM sein Restaurierungsprojekt eines E-Triebwagens vorgestellt. Die Projektleitung plant, die Fahrzeuge künftig regelmäßig auszutauschen.

Am 28. Jun 2015 wurde die Rangiertram Nr. 2973, ein Sonderfahrzeug der „Marke Eigenbau“ im MVG Museum präsentiert. Die Rangiertram für Eisenbahnwagen ist der ehemalige Trambahn-Triebwagen vom Typ G Nr. 680 aus dem Jahr 1943, der 1974 zu einem Rangierfahrzeug umgebaut und bis zu seiner Ausmusterung im Jahr 2001 zum Verschieben von Güterwagen in der Hauptwerkstätte genutzt wurde. Das Fahrzeug wurde von einer ehrenamtlichen Arbeitsgruppe aufgefrischt und bereichert nun die Fahrzeug-Parade im MVG Museum.
Erweiterung der Sammlung
Am 16.04.2015 kehrte der einmalige Wanderbüchereiwagen Nr. 24 (WB1.6) nach München zurück. Dem Verein der Freunde des Münchner Trambahnmuseums war es gelungen das Fahrzeug zu erwerben. Da es lange Jahre im Freien stand, befand es sich in einem schlechten, aber restaurierunggsfähigen Zustand. Wieder aufgearbeitet soll es einen würdigen Platz im MVG-Museum erhalten.1973 war das Unikat an das Straßenbahnmuseum Hannover verkauft worden. Danach gab es Versuche ihn nach München zurückzuholen, bis es schließlich 2015 gelang.


Wanderbüchereiwagen WB1.3 Nr. 24 im MVG-Museum (22.10.2017)
Am 10.06.2015 traf das letzte verbliebene Exemplar Nr. 102 des Doppelgelenktriebwagens vom Typ P1.65 nach 39 Jahren wieder in München ein. Derm Verein der Freunde des Münchner Trambahnmuseums konnte auch dieses Fahrzeug erwerben.
Es befand sich in einem ordentlichen Zustand. Dennoch sind verschiedene Restaurierungsarbeiteten erforderlich. Anschließend soll es einen würdigen Platz im MVG-Museum erhalten. Tw 102 kam 1973 ins Straßenbahnmuseum in Sehnde-Wehmingen bei Hannover (siehe Links), wo er seitdem unter freiem Himmel rostete und sichtbar verfiel. 2002 wurde er allerdings renoviert und erhielt eine neue Lackierung. Zudem wurde dabei das Dach saniert.
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Museumsfahrzeuge (Stadtwerke/MVG und FMTM)
Triebwagen: Baujahr:
Pferdebahnwagen Nr. 273 1891,  Neubau 1958 fahrfähig
Triebwagen Typ A 2.2 Nr. 256 1901 fahrfähig
Triebwagen Typ D 6.3 Nr. 490 1911 fahrfähig
Triebwagen Typ E 2.8 532 (Eigentum FMTM) 1925 vor dem Museum im Freien
Triebwagen Typ E 2.8 539 1925 rollfähig
Triebwagen Typ E 3.8 624 1926 rollfähig
Triebwagen Typ G 1.8 Nr. 670 1925/43 rollfähig
Triebwagen Typ J 1.30, Nr. 721 1944 fahrfähig
Triebwagen Typ M 4.65, Nr. 2412 1957 MünchenTram
Triebwagen Typ M 4.65, Nr. 2462 1958 fahrfähig
Triebwagen Typ M 5.65, Nr. 2616 1965 rollfähig
Triebwagen Typ M 5.65, Nr. 2654 1965 ollfähig
Triebwagen Typ M 5.65, Nr. 2668 1965 rollfähig
Triebwagen Typ P1.65, Nr. 102 1959/60 rollfähig
Triebwagen Typ P 3.16, Nr. 2005 1967 im Betriebsdienst
Triebwagen Typ P 3.16, Nr. 2006 1967 im Betriebsdienst
Beiwagen: Baujahr:
Beiwagen Typ e 5.49 Nr. 1334 1927 rollfähig
Beiwagen Typ f 1.54, Nr. 1351 1929 zerlegt, Fahrgestell mit Rahmen ausgestellt
Beiwagen Typ f 2.54, Nr. 1401 1930 fahrfähig
Beiwagen Typ g 1.48 Nr. 1456 1944 rollfähig
Beiwagen Typ g 1.49 Nr. 1472 1944 rollfähig
Beiwagen Typ i 1.56, Nr. 1509 1944 rollfähig
Beiwagen Typ i 4.34, Nr. 3113 (Eigentum FMTM) 1952
Beiwagen Typ m 3.64, Nr. 3390 1953 fahrfähig
Beiwagen Typ m 4.65, Nr. 3407 1957 MünchenTram
Beiwagen Typ m 4.65, Nr. 3463 1958 rollfähig
Beiwagen Typ m 5.65, Nr. 3539 1964 rollfähig
Beiwagen Typ m 5.65, Nr. 3545 1964 rollfähig
Beiwagen Typ p3.17, Nr. 3004 1967 im Betriebsdienst
Beiwagen Typ p3.17, Nr. 3005 1967 im Betriebsdienst
Arbeitsfahrzeuge: Baujahr:
Fahrschultriebwagen Nr. 2924 Typ Sch 2.64 1975/76 rollfähig
Messwagen Nr. 3998 Typ me1.8 1925/1968 rollfähig
Rangiertriebwagen Nr. 2973 Typ G1.8 1925/44 rollfähig
Salzbeiwagen Nr. 3908 Typ s3.50 1928
Salzmühlenbeiwagen Nr. 3901 Typ s4.48 1960 rollfähig
Salzmühlenbeiwagen Nr. 3908 Typ s3.50 1928 ausstellungsfähig
Salzsole-Triebwagen Nr. 2930 Typ SA 2.30 1973/74 rollfähig
Salzsole-Triebwagen Nr. 2931 Typ SA 2.30 1973/74 zerlegt
Schienenschleif- und reinigungswagen Nr. 2903 Typ SSR 2.59 1958 rollfähig
Schneepflug Nr. 3942 Typ sp 2.55 1941 rollfähig
Transportbeiwagen Nr. 3922 Typ q 5.50 (Eigentum FMTM) 1929 zerlegt
Transportbeiwagen Nr. 2501 Typ q 9.26 1944 ausstellungsfähig
Turmtriebwagen Nr. 2946 Typ Tu 1.8 1964-66 rollfähig
Unkrautvertilgungsbeiwagen Nr. 3921 Typ q 5.50 1929 rollfähig
Wanderbüchereiwagen Nr. 24 Typ WB1.6 (ab 1959 WB 1.3) 1912, Umbau 1927/28 restaurierungsbedürftig
Werkstattwagen Nr. 2970 Typ G1.8 1925/44 rollfähig


Update 28.10.2017