Z-Triebwagen und z/ö-Beiwagen

1895 wurde der elektrische Betrieb in München aufgenommen. Dafür wurden insgesamt 32 zweiachsige Triebwagen bestellt. Für die sukzessive Elektrifizierung weiterer Strecken sollten weitere 140-150 Fahrzeuge beschafft werden, jedoch entschied am sich statt dessen den Typ A zu kaufen. Die zunächst offenen Plattformen statte man bereits ab 1896 mit Wetterschutzvorhängen aus. Im Fahrgastraum befanden sich lediglich zwei Längsbänken. Die leichten Wagen waren nur mit einem 25-PS-Motor der Union Elektrizitätsgesellschaft versehen und besaß auch nur eine einfache handbediente Klotzbremse. Eine zusätzliche grobstufige "Kurzschlußbremse" war nur für Notsituationen vorgesehen.

Fünf Unterbauarten wurden hergestellt, wobei die Baureihe Z3,- eine Besonderheit aufwies: für den Betrieb ohne Fahrleitung waren Akkumulatoren eingebaut. Nachdem Säuredämpfe in den Fahrgastraum stiegen, wurden sie ausgebaut und den übrigen Wagen angeglichen.

1903-05 erhielten die Z-Triebwagen verglaste Plattformen und Druckluftbremsen. Einige bekamen auch neue Fahrgestelle von den amerikanischen Firma Brill bzw. einen zweiten Motor. Die Typen Z1.23 und Z 2.23 wurden daher auch als "kurzer Brill", der einen Meter längere Typ 3.24 als "langer Brill" bezeichnet. Letztlich konnten die sehr kleinen Fahrzeuge die steigenden Verkehrsanforderungen nicht mehr erfüllen. Schon ab 1905 wurden Z-Triebwagen in Arbeitstrieb- und -beiwagen umgebaut. 1921/22 wurden alle aus dem Personenverkehr genommen und z.T. in Beiwagen umgebaut. Der letzte Vertreter wurde erst 1956 verschrottet. Der zum Turmwagen Nr. 896 (ab 1954 2896) umgebaute Beiwagen 366 wurde sogar erst 1967 ausgemustert.
Z1.22-Wagen Nr. 5,
Foto: Münchner Stadtarchiv
Z1.22-Wagen Nr. 5 mit Wetterschutzvorhang

Beiwagen ö1.25:

Amerikaner, Typ ö1.25,
Foto: München Stadtarchiv Erstmals wurden 1897 für den elektrischen Betrieb von Rathgeber gefertigte Sommerwagen gebaut. Die fünf "Amerikaner" hatten ursprünglich 20 Sitzplätze, verglaste Stirnseiten und elektrische Beleuchtung. Der Einstieg war seitlich zu jeder Sitzreihe möglich. 1903 wurden die beim schnellen elektrischen Betrieb gefährlichen seitlichen Laufbretter beseitigt und zur Schaffung eines Mittelgangs fünf Sitze entfernt. 1940 wurden Fahrgestelle und Rahmen von zwei Wagen zu Niederbordwagen 888, 889 umgebaut. Die restlichen Fahrzeuge wurden verschrottet. Die Arbeitswagen musterte man erst 1954 aus.
Amerikaner (Wagen Nr. 355)


Triebwagen Z1.22 Triebwagen Z1.22 (ab 1905 Z1.23) Triebwagen Z2.22 (ab 1905 Z 2.23)
Nummer 1-12 (ab 1908 351-362) 15-20 (ab 1908 363-368) 21, 22 (ab 1908 369, 370)
Fahrzeugart
Zweiachsige Tw
Anzahl 12 6 2
Baujahr
1895
Motoren/Leistung
1x18kW (25 PS)
Länge
7,00 m
Hersteller
Union Elektricitäts-Gesellschaft, Berlin (später AEG)
Elektrische Ausstattung
Union Elektricitäts-Gesellschaft, Berlin (später AEG)
Fahrgestell Union Elektricitäts-Gesellschaft, Berlin Union Elektricitäts-Gesellschaft, Berlin (später AEG); ab 1905 Brill
Kapazität
16 Sitz- und 12 Stehplätze, ab 1904 20/14, ab ca. 1915 20/17
Umbau in Bw/Arb.w.
1921-22
1921
Bemerkungen 5 Seitenfenster; Nr. 351, 352, 355-362 1921 umgebaut zu Bw. z1.22 Nr. 351, 352, 355-362; Nr. 353, 354 1922 in Arb.-Tw 61, 62 umgebaut 5 Seitenfenster; Ab 1905 neue Fahr-gestelle - die alten wurden in Nr. 13, 14, 23-28 verwendet; Umbau: Nr. 363, 364 u. 366-368 1921 zu Bw z1.23 Nr. 363, 364 u. 366-368; Nr. 365 1922 zu Arb.Bw 88 5 Seitenfenster; Ab 1905 neue Fahr-gestelle - die alten wurden in Nr. 13, 14, 23-28 verwendet; Nr. 369, 370 1921 zu Bw z1.23 Nr. 369, 370

Triebwagen  Z-.31 (ab 1905 Z-.22) Triebwagen Z3.- (ab 1906 Z3.24) Triebwagen Z-.-
Nummer 13, 14, 23-28 29-31 (ab 1908 371-373) 32 (ab 1908 374)
Fahrzeugart
Zweiachsige Tw
Anzahl 8 3 1
Baujahr 1895/96
1897/98
Motoren/Leistung 1x18kW (25 PS);
ab 1906 2x18kW (25 PS)
1x18kW (25 PS); Nr. 373 ab 1912 2x18kW (25 PS)
1x18kW (25 PS)
Länge 6,82 m, ab 1906 7,46 m 8,00 m ?
Hersteller
Schuckert
Breslauer Waggonfabrik EAG Kummer, Niedersedlitz
Elektrische Ausstattung
Union Elektricitäts-Gesellschaft, Berlin (später AEG)
?
Fahrgestell ab 1905 Union Elektricitäts-Gesellschaft, Berlin Union Elektricitäts-Gesellschaft, Berlin (später AEG); ab 1906 Brill EAG Kummer, Niedersedlitz
Kapazität 16 Sitz- und 12 Stehplätze 20 Sitz- und 16 Stehplätze, ab 1903 20/20, ab ca. 1915 20/23 16 Sitz- und 22 Stehplätze, ab 1905 16/18
Umbau in Bw/Arb.w. 1905,1910-14 1920/21 1901, 1914
Bemerkungen 6 Seitenfenster; 1905 Fahrgestelle aus Nr. 15-22 - alte Fahrgest.: zwei 1912 und eines 1921 in Arb.Bw 1-3; drei Tw 1905 umgebaut zu Arb.-Tw 1-3, vermutl. Nr. 26 1910 umgebaut zu Arb.-Tw 26, vermutl. Nr. 27 1911 um-gebaut zu Arb.-Tw 27, vermutl. Nr. 24 1913 umgebaut zu Arb.-Tw 24, ver-mutl. Nr. 25 1914 umgebaut zu Arb.-Tw 25, ein Tw 1914 in Arb.-Tw 6 umgebaut 6 Seitenfenster, mit Akkumulatoren ausgestattet; ab 1906 neue Fahrgestelle; Umbau: Nr. 373 1920 vorläufig zum Prüffeldwagen, Nr. 371-373 1921 zu Bw. 371-373 1901-03 Bw (evtl. Nr. 32), 1914-1915 Reservepostwagen; 1921 ausgemustert

Beiwagen z1.22 Beiwagen z1.23 Beiwagen z2.23
Nummer 351, 352, 355-362 (ab 1924 353-362) 363, 364, 366-368 369, 370
Fahrzeugart
Zweiachsige geschlossene Beiwagen (ehemalige Tw)
Anzahl 10 5 2
Baujahr
1895
Länge
7,00 m
Hersteller
Union Elektricitäts-Gesellschaft, Berlin (später AEG)
Fahrgestell Union Elektricitäts-Gesellschaft, Berlin
Brill
Kapazität
20 Sitz- und 19 Stehplätze
Ausmusterung ---
1938
Bemerkungen ex Tw Z1.22 Nr. 351, 352, 355-362 bis 1921; Nr. 355 war seit unbestimmter Zeit z1.23 - ab 1924 Fahgestell aus Nr. 369 u. damit z1.23; Nr. 353-362 umgebaut 1928-29 zu Arb.-Tw 49-58 ex Tw Z1.23 Nr. 363, 364, 366-368 bis 1921; Nr. 363, 364, 366 umgebaut 1928 zu Arb.-Bw 894-896 ex Tw Z2.23 Nr. 369, 370 bis 1921; Nr. 369 war seit unbestimmter Zeit z2.22 - ab 1924 Fahgestell aus Nr. 355 u. damit z2.23

Beiwagen z3.24 Beiwagen ö1.25
Nummer 371-373 351-355 (ab 1910 1027-1031, ab 1924 1030-1034, ab 1926 930-934)
Fahrzeugart Zweiachsige geschlossene Beiwagen (ehemalige Tw) Zweiachsige offene Beiwagen
Anzahl 3 5
Baujahr 1897/98 1897
Länge 8,00 m 6,60 m
Hersteller Breslauer Waggonfabrik Rathgeber. München
Fahrgestell Brill Rathgeber. München
Kapazität 22 Sitz- und 25 Stehplätze 20 Sitz- und 24 Stehplätze, ab 1903 15/24
Ausmusterung 1931, 1938 1940
Bemerkungen ex Tw Z3.24 Nr. 371-373 bis 1921; Nr. 371 1931 ausgemustert Als "Amerikaner" bezeichnet; zwei Fahrgestelle und Rahmen 1942 in Arb.-Bw 888, 889


Update 11.01.2009