Rom: Die Linie 19 kehrt wieder nach Prati zurück

Der Plan für die temporäre Endstation der Linie 19 in der Viale delle Milizie.
Roms Bürgermeister Roberto Gualtieri ließ anlässlich der Präsentation der Umgestaltung der Metrostation Ottaviano der Linie A am 15.01.2025 die Bombe platzen. Die Fahrt der Straßenbahnen durch die Fußgängerzone der Via Ottaviano zur Endstation an der Piazza del Risorgimento sei „etwas problematisch“. Schwierigkeiten bereitet nämlich die zukünftige Baustelle für die neue Metro C in Rom (Abschnitt T2). Diese wird am 25. Februar 2026 beginnen. Die Strecke mit der Passage auf der Via Ottaviano sollte nach dem Umbau zum Fußgängerbereich wieder in Betrieb genommen werden, nur um sie nach kurzer Zeit wegen der neuen Bauarbeiten erneut einzustellen. Derzeit endet die Linie 19 vier Kilometer entfernt bereits an der Station Valle Giulia (Thorvaldsen). Die Bauarbeiten für die Metro C werden etwa neun Jahre dauern, also bis 2035. Das würde bedeuten, dass die Straßenbahn 19 für lange Zeit nicht zur Piazza Risorgimento zurückkehren wird. Die Ankündigung sorgte für Proteste in der Bevölkerung, insbesondere der Bewohner des betroffenen Stadtteils Prati. Die Endstation in der Nähe des Vatikan wird aber nicht nur von den dortigen Einwohnern, sondern auch von vielen Totristen genutzt, dem überfülltesten und strategisch wichtigsten Gebietes der Stadt. Zuvor, so der Vorwurf im Stadtrat, gab es weder einen sicheren Starttermin noch einen klaren Plan für die Kommunikation mit den Bürgern.

Am 29.01.2026 gab die Stadt nun bekannt, die Straßenbahn 19 kehrt nach Prati zurück und erhält einen neuen Endpunkt in der Via delle Milizie. Diese Absicht wurde mit einem Memorandum des Rates bereits am 24.05.2025 bekräftigt, verabschiedet um die heftigen öffentlichen Reaktionen aus der Bürgerschaft aufzugreifen. Darin enthalten war bereits die Notwendigkeit, einen neuen Endbahnhof in der Via delle Milizie zwischen der Via Barletta und der Via Leone IV zu errichten. Das inzwischen erstellte Machbarkeitsdokument der Firma Design Alternatives (Docfap) wurde jetzt genehmigt, ein grundlegender Schritt in der Vorphase der Arbeiten an der Linie. Mit der Zustimmung wird es bis Anfang 2027 dauern, bis die neue Endstation in Betrieb geht. Die zahlreichen Schulen in der Via Tacito können dann wieder per Straßenbahn erreicht und mit der Metro-Linie A verbunden werden, ebenso wie das Gerichtsviertel der Via Lepanto bzw. Viale Giulio Cesare sowie die Militärstadt.

Die neue Endstation in der Viale delle Milizie im Jahr 2027
Die neue Haltestelle wird eine Breite von 7 Metern haben und neben dem Gehweg in einem sehr breiten Straßenabschnitt positioniert sein, was es ermöglicht, zwei Richtungsgleise beizubehalten. Die Fahrten der Straßenbahn 19 enden künftig in der Nähe der Kreuzung mit der Via Barletta und der Viale Angelico. Da keine Schleife gebaut wird, können nur noch Zweirichtungsfahrzeuge wenden. 2025 soll dann die Tram wieder zur Piazza Risorgimento fahren.

Übersichtsplan der neuen Endstation in der Viale delle Milizie
Übersichtsplan der neuen Endstation in der Viale delle Milizie

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