Rom: Ausschreibung für neue Linie Termini – Tor Vegata

Viisualisierung des neuen Endpunkts "Stazione Termini" der Strecke Termini - Tor Vegata
Viisualisierung des neuen Endpunkts „Stazione Termini“ der Strecke Termini – Tor Vegata
Die 252-Millionen-Euro-Ausschreibung für die Vergabe der Arbeiten an der neuen Straßenbahnlinie „Termini – Giardinetti – Tor Vergata“ und des neuen Depots Centocelle wurde am 1. April 2026 veröffentlicht.
Die Maßnahme ist eine der Säulen des Plans zur Stärkung des öffentlichen Schienenverkehrs in Rom. Ziel ist, das historische Zentrum mit den östlichen Vororten sowie dem Universitäts- und Krankenhauszentrum Tor Vergata zu verbinden.
Die geplante Linie Termini – Giardinetti – Tor Vergata ist nicht einfach eine neue Straßenbahn, sondern eine Aufwertung der vorhandenen Bahnlinie und Wiederanbindung von Giardinetti. Die historische Eisenbahnlinie Roma – Pantano – Fiuggi (950 mm – Schmalspur) wird damit in eine moderne, effiziente und leistungsstarke Straßenbahn umgewandelt. Die Reststrecke Laziali – Centocelle wird am stadtseitigen Ende um ca. 500 m verlängert und erhält eine Haltestelle direkt am Seiteneingang des Bahnhofs. Der seit 3. August 2015 eingestellte Abschnitt Centocelle – Giardinetti wird als Straßenbahn reaktiviert. Daran schließt eine 3,6 km lange Neubaustrecke mit acht Haltestellen nach Tor Vegata an. Mit der Fertigstellung steht eine 9,6 km lange, schnelle und moderne Verbindung für Studenten, Arbeiter und Bewohner eines wichtigen Teil Roms zur Verfügung.

Einstellung des bisherigen Bahnbetriebs

Unfall an der Station Ponte Casilino auf der Bahnstrecke Termini-Centocelle am 04.03.2026 (Foto Atac)
Unfall an der Station Ponte Casilino auf der Bahnstrecke Termini-Centocelle am 04.03.2026 (Foto Atac)
Unterdessen teilte der Stadtrat für Mobilität, Eugenio Patanè am 8. April mit, dass die Bahnstrecke Termini – Centocelle vor dem Umbau zur Straßenbahn nicht mehr in Betrieb gesetzt wird. Der Liniendienst war seit dem 4. März 2026 eingestellt nachdem zwei Zügen im einzigen eingleisigen Abschnitt, an der Haltestelle Ponte Casilino, kollidierten. Ursprünglich sollte die Bahn erst Ende Juni eingestellt werden, um zur zukünftigen Straßenbahn, Metro-Linie G bzw. Tram-Linie 12, umgebaut zu werden.
Nach dem Unfall traten die Techniker der Ansfisa (Agenzia nazionale per la sicurezza delle ferrovie e delle infrastrutture stradali e autostradali = Nationale Agentur für die Sicherheit der Eisenbahnen und der Straßen- und Autobahninfrastrukturen) in Aktion, um zu ermitteln, wie man die Eisenbahn wieder in Betrieb nehmen kann. Wie von Patanè erklärt, gibt es vier grundlegende Anforderungen für die Wiederaufnahme des Zugverkehrs:
– Umgestaltung der Beschilderung,
– Positionierung automatischer Zugstoppsysteme,
– vollständige Anpassung des Signalsystems am Boden und an Bord sowie
– Aktualisierung der Verkehrsvorschriften.
„Dies sind die Mindestservicestandards, die jede Linie bereits garantieren sollte“ – hob Patanè hervor – es gibt auch weitere Vermögenswerte der Linie, die vollständig reformiert und neu entwickelt werden sollten. Die von Ansfisa vorgeschriebenen Eingriffe, die technisch nicht unmöglich sind, sind wirtschaftlich unverhältnismäßig zur Nutzungsdauer der Eisenbahn und zeitlich unvereinbar mit dem bereits von der Stadt eingegangenen Weg.“ Schließlich betonte Patanè sogar „Atac hat in einer Notiz vom 26. März anerkannt, dass die von Ansfisa auferlegten Anpassungen angesichts des Beginns der Umwandlungsarbeiten in eine Straßenbahn unmöglich umsetzbar sind“.

Aufgrund dieser neuen Entwicklung passt die Stadt Rom das Projekt an.Es wird in zwei Phasen unterteilt. In der ersten, als „Grundlos“ bezeichnet, werden 233 Millionen investiert, darunter die Straßenbahnlinie, das Depot Centocelle Ovest und die erste Bauphase des Depots Centocelle Est. Die zweite Phase, die optional bleibt, hat einen Wert von 35 Millionen Euro und wird zur Fertigstellung des Depots Centocelle Est verwendet.
Im Abschnitt Laziale – Giardinetti sind die Anordnung der Bahnstrecke, der Haltestellen und ein neues Signalsystem, der Bau von Stromversorgungs-Umspannwerken, die Anpassung der Bahnsteige mit neuen Haltestellen sowie die funktionale Wiederanbindung des Piazzale Labicano an das Straßenbahnnetz rund um die Porta Maggiore geplant. Die Bauzeit wird vier Jahre umfassen.
Der Plan der Gemeinde sieht zudem vor, die am 31. März veröffentlichte Ausschreibung bis Juni 2026 zu vergeben und in den folgenden drei Monaten das Exekutivprojekt abzuschließen. Anschließend konzentrieren sich die Baustellen auf den Abschnitt Termini – Centocelle. Dieser Abschnitt soll zuerst wieder in Betrieb gehen. Damit wird die Verbindung zu wichtigen Knoten wie Pigneto und Termini garantiert.

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